🏳 Deutschkreutz · AT · 1 Jun 2026
Deutschkreutz: Jakobuskapelle verwüstet – Messing-Leuchter gestohlen
Die weithin bekannte Jakobuskapelle in Deutschkreutz (Bezirk Oberpullendorf) ist von Vandalen und Dieben schwer beschädigt und geplündert worden. Die Tat hat in der burgenländischen Gemeinde grosses Entsetzen ausgelöst.
Verwüstung im Innenraum und Diebstahl eines Kerzenleuchters
Wie die Landespolizeidirektion Burgenland bestätigte, drangen unbekannte Täter in die Kapelle ein. Sie richteten im Innenraum des Andachtsortes erhebliche Verwüstungen an. Neben den Vandalismusschäden wurde auch gezielter Diebstahl begangen: Entwendet wurde ein markanter, fünfarmiger Kerzenleuchter aus Messing. Der Verlust des Leuchters wurde vom Errichter der Kapelle bemerkt. Der genaue Tatzeitraum ist derzeit noch völlig unklar, da die Kapelle nicht durchgehend besetzt ist. Der entstandene Sach- und Diebstahlsschaden beläuft sich laut Polizeiangaben auf einen niedrigen vierstelligen Eurobetrag.
Kapelle als Symbol privater Initiative nach dem Jakobsweg
Die Jakobuskapelle in Deutschkreutz besitzt für die Region einen hohen symbolischen Wert. Sie entstand vor 13 Jahren auf eine private Initiative von Helmut Gager. Nach einer 800 Kilometer langen Fußreise auf dem berühmten Jakobsweg hatte Gager gelobt, dem Heiligen Jakobus zu Ehren eine Kapelle zu errichten. Dieses Vorhaben setzte er schliesslich mit Unterstützung von zahlreichen freiwilligen Helfern und der Gemeinde Deutschkreutz erfolgreich in die Tat um.
Die Nachricht von der Verwüstung hat bei den Helfern und der Bevölkerung tiefe Betroffenheit hinterlassen. Die Polizei bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise. Personen, die im Bereich der Kapelle verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sollen sich bei der nächsten Polizeidienststelle melden.
Sicherheit und Schutz für öffentlich zugängliche Kapellen und Kirchen
Kleine, offen stehende Kapellen im ländlichen Raum sind schwer zu sichern, da sie oft abseits liegen und der freie Zugang für Pilger und Gläubige erhalten bleiben soll. Folgende Schutzmassnahmen können helfen, Vandalismus und Diebstahl einzudämmen:
- Verankerung von Kunstschätzen und Kerzenleuchtern: Wertvolle sakrale Gegenstände, wie schwere Messingleuchter, Kruzifixe oder Figuren, sollten fest mit Altarplatten, Wänden oder Podesten verschraubt oder verankert werden, um ein schnelles Mitnehmen zu verhindern.
- Installation von Schutzgittern: Ein stabiles, kunstvoll gestaltetes Eisengitter im Eingangsbereich ermöglicht es, die Kapelle tagsüber offen zu halten, sodass Besucher den Innenraum betrachten und beten können, während der Zugang zu den eigentlichen Kunstgegenständen verwehrt bleibt.
- Einsatz von Nachbildungen: Setzen Sie für den täglichen Betrieb hochwertige Repliken anstelle von wertvollen Originalen ein. Originale können zu besonderen Festtagen aufgestellt oder in gesicherten Räumen verwahrt werden.
- Opferstock sichern: Der Opferstock für Spenden sollte fest im Mauerwerk oder Betonboden eingelassen und mit einem stabilen, einbruchsicheren Schloss versehen sein. Eine tägliche Entleerung minimiert die Anreize für Diebe.
Quellen
Dieser Bericht basiert auf den offiziellen Berichten der Landespolizeidirektion Burgenland und ORF Burgenland verfasst:
- ORF Burgenland – News
- Landespolizeidirektion Burgenland – Polizeibericht
Sources : ORF Burgenland – News
