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🏳 Wien · AT · 10 Jun 2026

Wien: Einbruchsserie Hält Apotheken in Atem – 15 Taten im Mai

Die Apothekerschaft in Wien schlägt Alarm: Eine anhaltende Serie von Einbrüchen und Überfällen versetzt Betreiber und Personal in Sorge. Allein im Mai dieses Jahres verzeichnete die Apothekerkammer Wien 15 Einbrüche beziehungsweise Einbruchsversuche. Besonders erschreckend: Zwei dieser Taten ereigneten sich während eines laufenden Nachtdienstes, was das Personal einer direkten und potenziell traumatischen Gefahrensituation aussetzte.

Jugendbande mit Nothämmern am Werk

Beim Landesgeschäftsstellenabend „Sicherheit in den Apotheken“ zogen Vertreter der Apothekerkammer und des Landeskriminalamts (LKA) Wien eine ernüchternde Bilanz. Den Ermittlungen der Polizei zufolge handelt es sich bei den Tätern höchstwahrscheinlich um dieselbe Gruppierung strafunmündiger Jugendlicher, die bereits im vergangenen Jahr für Unruhe sorgte. Ihre Vorgehensweise ist fernab von professionell, dafür aber umso brachialer: Die Jugendlichen nutzen oft Nothämmer, die sie zuvor aus öffentlichen Verkehrsmitteln gestohlen haben, um die Glasscheiben der Apotheken rücksichtslos einzuschlagen.

Dabei nehmen sie enormen Lärm und hohe Sachschäden bewusst in Kauf. Während ein Täter in die Räumlichkeiten eindringt, stehen drei bis vier weitere draußen Schmiere. Laut LKA-Chefinspektor Josef Janisch informieren sich die Täter im Vorfeld nicht einmal darüber, ob eine Apotheke gerade Nachtdienst hat – ein Umstand, der die direkten Konfrontationen mit dem Personal erklärt.

„Spielen Sie keinen Helden“

Die Polizei warnt eindringlich davor, sich den Tätern in den Weg zu stellen, da diese erfahrungsgemäß oft Messer mit sich führen. Oberste Priorität habe immer das menschliche Leben; Sach- und Geldwerte seien ersetzbar. Die Beamten appellieren an das Apothekenpersonal, den potenziellen Ertrag für die Einbrecher auf null zu reduzieren, um den Anreiz für weitere Taten zu nehmen. Schon 100 Euro Beute würden die Bande zu neuen Einbrüchen motivieren.

Sicherheitsmaßnahmen für Apotheken

Um die Apotheken besser zu schützen und Täter abzuschrecken, haben Polizei und Apothekerkammer einen konkreten Maßnahmenkatalog erarbeitet:

  • Leere und offene Kassen: Entleeren Sie abends alle Kassenladen restlos (auch das Kleingeld) und lassen Sie diese gut sichtbar offenstehen. Täter, die von außen sehen, dass nichts zu holen ist, ziehen oft weiter.
  • Festbeleuchtung im Nachtdienst: Lassen Sie während der Nachtschichten immer ausreichend Licht brennen. Dies signalisiert Präsenz und kann als wirksame Abschreckung dienen.
  • Technische Aufrüstung: Installieren Sie Glasbruchmelder, die sofort Alarm schlagen, sowie einbruchhemmende Sicherheitsfolien an den Schaufenstern, die das Einschlagen massiv verzögern.
  • Persönlicher Schutz: Tragen Sie mobile Paniktaster während des Nachtdienstes direkt am Körper, um im Notfall lautlos und in Sekundenschnelle die Polizei alarmieren zu können.

Sources : tara24at