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🏳 Wien · AT · 8 Jun 2026

Wien-Favoriten: E-Scooter als Rammbock und Prügel für Auto-Einbrecher

Der Wiener Gemeindebezirk Favoriten war am Sonntagabend der Schauplatz von gleich zwei kuriosen und gleichermaßen dilettantischen Einbruchsdelikten. In beiden Fällen klickten für die Tatverdächtigen noch vor Ort die Handschellen.

Mit dem E-Scooter gegen das Rollgitter

Gegen 21:45 Uhr versuchte ein 20-jähriger syrischer Staatsbürger, ganz im Stile professioneller Rammbock-Banden, in zwei Geschäfte eines Einkaufszentrums einzubrechen. Das Kuriose dabei: Er nutzte dafür keinen schweren Pkw, sondern lediglich einen E-Scooter. Der Versuch, die massiven Rollgitter mit dem Elektroroller zu durchbrechen, scheiterte kläglich. Allerdings verursachte die Aktion derart viel Lärm, dass Zeugen aufmerksam wurden und den Polizeinotruf wählten.

Als die Beamten der Polizeiinspektion Zohmanngasse eintrafen, stellten sie eine gewaltsam aufgedrückte Glasschiebetür fest. Im Gebäudeinneren stießen sie auf den 20-Jährigen, der seine E-Scooter-Strategie offenbar aufgegeben hatte und nun versuchte, die Türen mit einer Kombizange aufzubrechen. Der Mann wurde festgenommen. Ein Test ergab, dass er unter dem Einfluss von Suchtgift stand.

Fahrzeugbesitzer überrascht Einbrecher

Nur zwei Stunden später, gegen 23:45 Uhr, kam es im selben Bezirk zu einem weiteren Vorfall. Ein 57-jähriger Mann beobachtete von seinem Balkon aus, wie eine Person die Laderaumtür seines abgestellten Kastenwagens aufdrückte. Der Besitzer rannte sofort auf die Straße und überraschte den mutmaßlichen Täter, einen 31-jährigen Ungarn, der bereits Werkzeugkisten im Fahrzeuginneren geöffnet hatte.

Es folgte ein handfestes Gemenge, bei dem der 57-Jährige dem Einbrecher mehrere wuchtige Schläge ins Gesicht versetzte. Alarmierte Polizisten der Inspektion Ada-Christen-Gasse nahmen den blutenden Täter fest; er musste zunächst in ein Spital gebracht werden. Pikant: Wegen der heftigen Gegenwehr wurde der 57-jährige Fahrzeughalter wegen des Verdachts der Körperverletzung angezeigt.

Prävention: Wie man sich richtig verhält

Beide Vorfälle zeigen deutlich, was Gewerbetreibende und Privatpersonen bei Einbrüchen beachten müssen:

  • Verhalten bei Ertappung auf frischer Tat: Bringen Sie sich niemals selbst in Lebensgefahr. Kriminelle könnten bewaffnet sein oder in Panik unberechenbar reagieren. Das Anwenden von Körpergewalt, die über reine Notwehr oder Festhalten hinausgeht, ist zudem strafbar. Rufen Sie stattdessen sofort 133 und beobachten Sie den Täter aus der Distanz.
  • Sicherung von Kastenwägen: Transporter mit Handwerker-Werkzeug sind lukrative Ziele. Verbauen Sie zusätzliche Sperrriegel (z.B. UFO-Sicherheitsschlösser) an den Hecktüren und installieren Sie eine sichtbare Innenraum-Alarmanlage.
  • Sicherung von Geschäftsfronten: Der Fall im Einkaufszentrum zeigt, dass Rollgitter eine hohe Schutzwirkung haben. Achten Sie auf eine fachgerechte Bodenverankerung und ergänzen Sie den Schutz außen gegebenenfalls durch feste Poller.

Quellen:

Sources : heuteat · kroneat