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🏳 Wien · AT · 9 Jun 2026

Wien: Aufmerksame Anrainer und Spürnase 'Orlik' stoppen Kircheneinbrecher

In der Nacht auf Dienstag spielte sich in einer Kirche in Wien-Wieden ein dramatischer Kriminalfall ab, der dank der Zivilcourage von Anrainern und dem exzellenten Geruchssinn eines vierbeinigen Ermittlers ein rasches Ende fand. Ein 37-jähriger Mann war in das Gotteshaus eingedrungen, um wertvolle sakrale Kunstgegenstände zu stehlen.

Einbrecher bricht Tabernakel auf

Der Täter, ein serbischer Staatsbürger, verschaffte sich im Schutze der Dunkelheit gewaltsam Zugang, indem er die Haupteingangstür der Kirche aufbrach. Im Kirchenschiff angelangt, machte er sich mit brachialer Gewalt am Tabernakel zu schaffen. Sein Ziel war offenbar wertvolles Kirchengut: Er hatte es laut Polizeibericht auf den vergoldeten Deckel eines Kelches sowie auf ein massives silbernes Kruzifix abgesehen. Der Lärm, den der Täter beim Aufbrechen der Tür und des Tabernakels verursachte, weckte jedoch benachbarte Anrainer. Diese reagierten goldrichtig, griffen sofort zum Telefon und alarmierten die Exekutive.

Als die ersten Streifenwagen am Tatort eintrafen, bemerkte der Täter, dass sein Fluchtweg abgeschnitten war. In der Hoffnung, seiner Verhaftung zu entgehen, kroch er in den Altarbereich und versuchte, sich unter mehreren dicken Decken zu verstecken. Für die Durchsuchung des unübersichtlichen Kirchenraums forderte die Polizei die Diensthundeeinheit an. Für den eingesetzten Polizeidiensthund „Orlik“ war das improvisierte Versteck kein Problem: Der Vierbeiner erschnüffelte den 37-Jährigen zielsicher. Der Mann wurde an Ort und Stelle vorläufig festgenommen.

Prävention: Sakrale Räume sicher schützen

Kircheneinbrüche sind leider keine Seltenheit, da die oft abgelegenen oder außerhalb der Messezeiten menschenleeren Gebäude reiche Beute in Form von Edelmetallen und historischen Artefakten versprechen. Pfarren und Kirchengemeinden sollten folgende präventive Maßnahmen prüfen:

  • Verstärkter mechanischer Schutz: Historische Holztüren lassen sich durch zusätzliche massive Balkenriegelschlösser und hochwertige Profilzylinder von innen so sichern, dass ein geräuschloses Aufhebeln unmöglich wird. Besonders sensible Bereiche wie die Sakristei oder der Tabernakel erfordern Höchstmaßnahmen an mechanischer Härte (Sicherheitsklasse RC3 oder höher).
  • Einsatz von Gefahrenmeldeanlagen: Moderne Alarmsysteme, die Erschütterungen an Türen oder Glasbruch an Fenstern detektieren, können die Polizei alarmieren, noch bevor der Täter im Gebäude ist. Bewegungsmelder im Innenraum sorgen zusätzlich für Sicherheit.
  • Wertsachen sicher verwahren: Bewegliche sakrale Gegenstände aus Gold oder Silber, die nicht täglich benötigt werden, sollten in schweren, fest verankerten Tresoren gelagert werden. Originale können im Altarraum oft durch optisch ansprechende Repliken ersetzt werden.
  • Zivilcourage der Anrainer: Dieser Fall bestätigt, dass die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft der effektivste Einbruchschutz ist. Das direkte Verständigen der Polizei bei verdächtigen Geräuschen (Notruf 133) führt oft zur Festnahme auf frischer Tat.

Quellen:

Sources : kurierat