🏳 Ascona · CH · 10 Jun 2026
Ascona: Juwelier-Einbrecher bohren Loch in Schaufenster und werden gefilmt
Szenen wie aus einem Kriminalfilm spielten sich am frühen Dienstagmorgen im malerischen Ascona im Kanton Tessin ab. Zwei komplett in Schwarz gekleidete Täter gingen bei einem Einbruch in ein örtliches Juweliergeschäft mit extremer Kaltblütigkeit vor und ließen sich weder von Helligkeit noch von einem lauten Alarm stören.
Diamantbohrer im Einsatz: Anwohner filmt die Tat
Der Einbruch ereignete sich gegen 5:10 Uhr morgens. Während es langsam hell wurde, machten sich die beiden Einbrecher an der massiven Schaufensterscheibe des Juweliers zu schaffen. Gemäß den Berichten nutzten sie professionelle Akku-Schrauber, mutmaßlich ausgestattet mit Diamant-Bohraufsätzen, um gezielt ein Loch in das Sicherheitsglas zu bohren. Dabei lösten sie einen ohrenbetäubenden Alarm aus.
Die Lautstärke weckte einen Anwohner, der geistesgegenwärtig zum Smartphone griff und die unglaubliche Szene auf Video festhielt. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Täter völlig unbeeindruckt vom Alarm durch das gebohrte Loch in die Auslage greifen, mehrere Gegenstände an sich reißen und flüchten. Nach Angaben des Geschäftsinhabers Gerber dauerte der ganze Spuk nur etwa ein bis zwei Minuten. Die Beute: fünf hochwertige Uhren.
Die alarmierte Polizei traf etwa zehn Minuten nach der Meldung am Tatort ein. Es folgte eine großangelegte, behördenübergreifende Fahndung unter Beteiligung der Kantonspolizei, der Stadtpolizei Locarno, der Gemeindepolizei Ascona sowie des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG). Die intensiven Ermittlungen führten schnell zum Erfolg: Noch am selben Tag, kurz nach 20:30 Uhr, konnten die beiden Flüchtigen auf dem Gebiet der Gemeinde Muzzano (Bezirk Lugano) in einem Personenwagen gestoppt und festgenommen werden. Bei den Tätern handelt es sich um zwei männliche rumänische Staatsangehörige im Alter von 21 und 37 Jahren. Im Fahrzeug stellte die Polizei zudem diverses Einbruchswerkzeug sicher.
Prävention: Wie sich Juweliere gegen Fensterbohrer schützen können
Das Durchbohren oder Einschlagen von Schaufenstern (sogenannte "Blitz-Einbrüche") zählt zu den häufigsten Vorgehensweisen bei Juweliereinbrüchen. Um den Tätern das Leben schwer zu machen, raten Sicherheitsexperten zu folgenden Maßnahmen:
- Verbundsicherheitsglas (VSG): Normale Schaufenster bieten keinen ausreichenden Schutz. Juweliere sollten ausschließlich hochwiderstandsfähiges Verbundsicherheitsglas der Klassen P6B bis P8B einsetzen. Eine zusätzliche Beschichtung mit Polycarbonat erschwert das Bohren mit Akkuwerkzeugen erheblich und lässt Bohrer stumpf werden oder festklemmen.
- Rollgitter und Rollläden: Ein physischer Widerstand vor der eigentlichen Scheibe ist unerlässlich. Engmaschige, massive Rollgitter müssen nachts zwingend geschlossen und gegen Hochschieben gesichert sein.
- Schaufenster nachts räumen: Die wichtigste Regel: Wo nichts liegt, kann auch nichts gestohlen werden. Räumen Sie die Auslagen jeden Abend komplett aus. Die Präsentation von Attrappen oder leeren Schatullen ist eine sichere Alternative, um das Schaufenster nicht völlig kahl wirken zu lassen.
- Einsatz von Nebelanlagen: Reizgas- oder Nebelsysteme sind eine äußerst effektive Ergänzung zur akustischen Alarmanlage. Bei Glasbruch flutet die Anlage den Verkaufsraum und den Schaufensterbereich in Sekundenschnelle mit dichtem Nebel. Die Täter verlieren sofort die Orientierung und müssen die Flucht antreten.
Quellen:
Sources : sarganserlaenderch · blickch
