🏳 Tessin · CH · 23 Jun 2026
Verfolgungsjagd im Tessin nach Einbruch in Waffengeschäft: 4 in U-Haft
Ein filmreifer Kriminalfall hat sich am vergangenen Wochenende im Tessin abgespielt. Vier junge Männer brachen am frühen Samstagmorgen in ein Waffengeschäft in Camorino ein und lösten damit einen grossen Polizeieinsatz aus.
Flucht und wilde Verfolgungsjagd
Nachdem sich die Täter Zugang zum Waffengeschäft verschafft und ihre Beute zusammengerafft hatten, traten sie in einem Auto die Flucht in Richtung Locarno an. Die Tessiner Kantonspolizei leitete umgehend eine gross angelegte Fahndung ein. Kurze Zeit später entdeckten Patrouillen das Fluchtfahrzeug, woraufhin sich eine rasante Verfolgungsjagd entwickelte. Als die Täter merkten, dass sie mit dem Auto nicht mehr weiterkamen, versuchten sie ihre Flucht zu Fuss fortzusetzen – jedoch ohne Erfolg.
Handschellen klicken in Monte Carasso
Die Polizei konnte die Flüchtigen schliesslich in Monte Carasso TI stellen und festnehmen. Bei den Verhafteten handelt es sich um einen 19-jährigen algerischen Staatsangehörigen sowie drei Franzosen im Alter von 17, 22 und 25 Jahren. Alle vier Verdächtigen haben ihren offiziellen Wohnsitz in Frankreich. Die entwendete Beute aus dem Waffengeschäft konnte von den Einsatzkräften glücklicherweise vollständig sichergestellt werden.
U-Haft und schwerwiegende Vorwürfe
Die Tessiner Staatsanwaltschaft, die Jugendanwaltschaft und die Kantonspolizei teilten am Dienstag mit, dass gegen alle vier Männer Untersuchungshaft angeordnet und vom Zwangsmassnahmengericht bestätigt wurde. Die Vorwürfe wiegen schwer: Die Beschuldigten müssen sich wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs sowie Verstössen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz verantworten. Dem 22-jährigen Fahrer des Fluchtautos wird zudem das Fahren ohne Berechtigung zur Last gelegt.
Präventionshinweise für Geschäfte mit sensiblen Gütern
Dieser Fall verdeutlicht die immense Bedeutung hoher Sicherheitsstandards für Waffengeschäfte und Juweliere. Die Polizei empfiehlt folgende Massnahmen:
- Elektronische Sicherung: Ein zertifiziertes Alarmsystem, das direkt mit einer Notrufzentrale oder der Polizei verbunden ist, ermöglicht ein schnelles Eingreifen der Einsatzkräfte und kann Schlimmeres verhindern.
- Mechanische Barrieren: Fenster, Türen und Schaufenster müssen mit durchbruchhemmendem Glas und massiven Rolltoren gesichert sein, um den Einbruchsversuch so lange wie möglich zu verzögern.
- Tresorpflicht: Sensible Güter wie Waffen und Munition sollten nach Ladenschluss nicht im Verkaufsraum verbleiben, sondern in zertifizierten, fest im Boden oder der Wand verankerten Tresoren aufbewahrt werden.
- Kameraüberwachung: Hochauflösende Überwachungskameras im Innen- und Aussenbereich schrecken ab und helfen im Nachhinein bei der Aufklärung, sollte es dennoch zu einem Einbruch kommen.
- Wachsame Nachbarschaft: Beobachtungen von verdächtigen Personen oder Fahrzeugen, die Geschäfte auskundschaften könnten, sollten sofort über den Notruf 117 gemeldet werden.
Sources : swissinfoch
