← News

🏳 München · DE · 11 Jun 2026

München-Schwabing: Aufmerksamer Zeuge vereitelt Einbruch im 4. Stock

Dass Zivilcourage und ein gesundes Misstrauen Schlimmeres verhindern können, hat ein Vorfall am frühen Mittwochabend (10. Juni) im Münchner Stadtteil Schwabing eindrucksvoll bewiesen. Ein aufmerksamer Hausbewohner wurde dort unverhofft zum Helden, als er einen laufenden Einbruchsversuch im eigenen Treppenhaus vereitelte.

Bohrgeräusche am frühen Abend machen stutzig

Gegen 18:55 Uhr befand sich der Zeuge in seiner Wohnung in der Nähe der Lerchenauer Straße, als er plötzlich seltsame Bohrgeräusche aus dem Treppenhaus vernahm. Zu dieser abendlichen Uhrzeit erschien ihm handwerkliche Tätigkeit äußerst verdächtig. Entschlossen zog er sich Schuhe an und folgte der Lärmquelle, um nach dem Rechten zu sehen. Im vierten Obergeschoss stieß er auf eine Szenerie, die seine schlimmsten Befürchtungen bestätigte: Zwei ihm völlig unbekannte Männer machten sich gerade mit einem Akkubohrer an der Wohnungstür eines Nachbarn zu schaffen, offensichtlich mit dem Ziel, das Schloss aufzubohren.

Der Anwohner zögerte nicht und sprach die beiden Männer direkt auf ihr Tun an. Die unerwartete Konfrontation brachte die Täter spürbar aus dem Konzept. Sie stammelten in einer dem Zeugen nach vermutlich osteuropäischen Sprache einige unverständliche Sätze. Als der couragierte Schwabinger lautstark ankündigte, sofort die Polizei zu rufen, ließen die Täter sofort von der Tür ab, packten ihr Bohrwerkzeug ein und suchten hastig das Weite. Eine umgehend eingeleitete polizeiliche Großfahndung mit über zehn Streifenwagen im Bereich der Schleißheimer Straße, Lerchenauer Straße und Ackermannstraße verlief leider erfolglos.

Täterbeschreibung und Zeugenaufruf

Die Kriminalpolizei (Kommissariat 53) hat die Ermittlungen übernommen und Spuren am Tatort gesichert. Es wird nach folgenden Verdächtigen gefahndet:

  • Täter 1: 30 bis 35 Jahre alt, ca. 180 cm groß, schlanke Statur. Er trug ein schwarzes Baseballcap, dunkle Oberbekleidung und hatte einen schwarzen Rucksack bei sich.
  • Täter 2: 30 bis 35 Jahre alt, ca. 170 cm groß, auffälliger Bauchansatz. Er trug ebenfalls ein schwarzes Baseballcap, dazu eine schwarze Maske und einen schwarz-grauen Rucksack.

Hinweise nimmt das Polizeipräsidium München unter der Telefonnummer (089) 2910-0 entgegen.

Prävention: Richtiges Verhalten bei verdächtigen Geräuschen

Der Zeuge in Schwabing hat mit seinem Eingreifen den Einbruch zwar erfolgreich verhindert, sich dabei jedoch auch in eine potenziell gefährliche Situation begeben. Die Polizei empfiehlt in solchen Fällen folgende Verhaltensweisen:

  • Eigenschutz geht vor: Konfrontieren Sie Täter niemals direkt! Einbrecher wollen in der Regel Konfrontationen vermeiden, können jedoch unberechenbar und gewalttätig reagieren, wenn sie in die Enge getrieben werden (Fluchtdrang).
  • Sofort den Notruf wählen: Wenn Sie untypische Geräusche wie Bohren, Hebeln oder splitterndes Glas im Hausflur hören, rufen Sie sofort die 110 an. Beschreiben Sie der Leitstelle Ihre Wahrnehmungen so präzise wie möglich.
  • Sichere Beobachtungsposition: Beobachten Sie das Geschehen nach Möglichkeit nur aus sicherer Distanz (z. B. durch den Spion in Ihrer Wohnungstür). Prägen Sie sich das Aussehen der Täter, markante Merkmale (Größe, Kleidung, Rucksäcke) sowie die Fluchtrichtung detailliert ein.
  • Nachbarschaftliche Wachsamkeit: Tauschen Sie sich mit Ihren Nachbarn aus. Wer weiß, wer im Haus wohnt, kann fremde Personen im Treppenhaus besser erkennen und bei Verdacht früher Alarm schlagen.

Quellen:

Sources : tzde · abendzeitungmuenchende