🏳 Roitzsch · DE · 3 Jun 2026
Roitzsch: Buntmetalldiebe verursachen erhebliches Bahnchaos in der Region
Buntmetalldiebe legen regionalen Bahnverkehr großflächig lahm
Ein besonders dreister und folgenschwerer Diebstahl von Buntmetall in der Nähe von Roitzsch im Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat weitreichende Konsequenzen für unzählige Pendler und Reisende nach sich gezogen. Nach offiziellen Angaben der Bundespolizei begannen die massiven Störungen im Bahnverkehr bereits am späten Dienstagabend. Gegen 22 Uhr machten sich Unbekannte zunächst im Schutz der Dunkelheit an den sensiblen Bahnanlagen zu schaffen. Dabei durchtrennten die Täter offenbar fälschlicherweise wichtige Lichtleiterkabel aus Glasfaser – die ermittelnde Polizei geht in diesem Fall stark von einem Irrtum der Diebe aus, die es eigentlich auf deutlich wertvolleres Metall abgesehen hatten. Doch die Täter gaben nach diesem anfänglichen Fehlschlag keineswegs auf. Nur wenige Stunden später, in der tiefen Nacht gegen 2 Uhr, kam es zu einem erneuten, gezielten Kabelschnitt bei Holzweißig in Fahrtrichtung Delitzsch, lediglich rund drei Kilometer vom allerersten Tatort entfernt. Bei diesem zweiten, zielgerichteteren Versuch gelang es den kriminellen Dieben schließlich, etwa 15 Meter wertvolles Kupferkabel professionell zu durchtrennen und unerkannt zu stehlen.
Erhebliche Zugausfälle und langwierige Reparaturarbeiten
Der vollendete Diebstahl und die damit unweigerlich verbundene mutwillige Zerstörung der essenziellen Bahninfrastruktur führten sofort zu erheblichen und weitreichenden Einschränkungen im regionalen und überregionalen Bahnverkehr in ganz Sachsen-Anhalt sowie dem angrenzenden Sachsen. Besonders stark von der Sabotage betroffen sind mehrere stark frequentierte S-Bahn-Linien, die täglich zwischen den wichtigen Verkehrsknotenpunkten Halle, Dessau und Leipzig verkehren, sowie der Regionalexpress RE 13. Zahlreiche reguläre Verbindungen fielen ersatzlos aus oder verkehrten mit unkalkulierbaren, massiven Verspätungen. Um die vielen gestrandeten Fahrgäste dennoch irgendwie an ihr Reiseziel zu bringen, musste die Deutsche Bahn kurzfristig und mit hohem Aufwand einen Busersatzverkehr für die am stärksten betroffenen Streckenabschnitte einrichten. Auch der Fernverkehr blieb von den massiven Folgen der Tat absolut nicht verschont und verzeichnete auf den Umleitungsstrecken teils erhebliche Verspätungen. Während die Polizei die genaue Höhe des gestohlenen Materialwerts derzeit noch nicht exakt beziffern kann, steht bereits jetzt unumstößlich fest, dass der wirtschaftliche Gesamtschaden aufgrund der langen Streckenausfälle und der sehr aufwendigen, spezialisierten Reparaturarbeiten beträchtlich sein wird. Die spürbaren, negativen Auswirkungen für alle Reisenden dauerten laut Bahn voraussichtlich noch bis tief in die späten Abendstunden des folgenden Mittwochs an.
Sources : mzde
