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🏳 Wien · AT · 14 Jun 2026

Sechsmal Ziel von Einbrechern: Jugendbanden terrorisieren Friseur in Wien-Döbling

Eine beispiellose Einbruchsserie macht einem fleißigen Unternehmer in Wien-Döbling das Leben schwer. Der 52-jährige Khaled Fayad, der 2015 vor dem Krieg in Syrien flüchtete und sich in Österreich eine neue Existenz aufbaute, betreibt seit 2021 einen Herrenfriseursalon auf der Heiligenstädter Straße. Doch die anfängliche Freude über das Geschäft im Karl-Marx-Hof ist längst der blanken Angst und Frustration gewichen: Bereits sechs Mal geriet sein Salon ins Visier krimineller Jugendbanden.

Brutales Vorgehen auf Video gebannt

Die Täter tauchen meist in Gruppen auf, teilweise vermummt und oft mit E-Scootern unterwegs. Eine aus purer Verzweiflung installierte Überwachungskamera im Geschäft zeichnete das Vorgehen der Bande auf. Mit Hämmern und Schraubenschlüsseln bearbeiten sie rabiat das Türschloss oder schlagen auf das Glas der Eingangstür ein. Meist blieb es beim Versuch, da Fayad mittlerweile in teures Sicherheitsglas investiert hat. Gelangten die Täter jedoch ins Innere, räumten sie die Kasse leer, stahlen teure Haarschneidegeräte, Parfums und ließen sogar einen E-Scooter sowie eine Spendenbox für notleidende Kinder mitgehen. Bevor sie flüchteten, bedienten sie sich frech am Kühlschrank des Friseurs und tranken Energy Drinks.

Schockierende Erkenntnis: Landsleute unter den Tätern

Besonders schmerzhaft für den Familienvater ist eine Erkenntnis, die er durch die Videoaufzeichnungen gewann. Die Kamera fing Wortfetzen der Täter ein, die auf Arabisch gewechselt wurden. Die Dialekte lassen laut Fayad auf Täter aus Syrien oder dem Irak schließen. Dass ausgerechnet Jugendliche, die wie er aus Krisengebieten stammen, seine hart erarbeitete Existenz bedrohen, schockiert den 52-Jährigen zutiefst. „Ich schäme mich für sie“, wird der Unternehmer in einem Medienbericht zitiert. Die nächtliche Bedrohung geht so weit, dass der Friseur an den Wochenenden bereits im Salon übernachtet hat, um Wache zu halten.

Ganze Nachbarschaft betroffen

Das Problem beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Khaled Fayads Herrensalon. Auch das benachbarte Geschäft, ein Damen-Friseursalon, der erst Anfang Mai von seiner Frau eröffnet wurde, verzeichnete bereits zwei Einbruchsversuche. Zudem wurden laut Polizei in den vergangenen Monaten entlang der Heiligenstädter Straße und am Sonnbergmarkt weitere Gewerbebetriebe – darunter eine Schneiderei, ein Café und andere Friseure – von ähnlichen Banden heimgesucht.

Polizei greift durch: Fast 20 Festnahmen

Die Wiener Polizei hat die Serie nicht auf die leichte Schulter genommen und reagierte mit massiven Schwerpunktaktionen. In den vergangenen Wochen konnten in Döbling knapp 20 tatverdächtige Jugendliche ausgeforscht und festgenommen werden. Diese Gruppe wird auch mit einer Reihe von Straßenrauben an Schülern in Verbindung gebracht. Ein Großteil der Verdächtigen stammt aus Afghanistan oder Syrien, wobei etwa ein Drittel noch strafunmündig (unter 14 Jahre) ist und rechtlich nicht belangt werden kann. Für Khaled Fayad bleibt zu hoffen, dass die Polizeiarbeit die Einbruchsserie nun endgültig stoppt.

Wie sich Unternehmer schützen können

Gewerbetreibende sind gut beraten, ihre Geschäftslokale so unattraktiv wie möglich für Blitzeinbrüche zu machen:

  • Sichtbarer Einbruchschutz: Bruchsicheres Verbundglas (VSG) und massive Rollgitter schrecken viele Täter, die auf einen schnellen Bruch aus sind, bereits im Vorfeld ab.
  • Keine Kassenbestände: Die Registrierkasse sollte nach Geschäftsschluss zwingend geleert werden. Eine weit geöffnete, sichtbar leere Kassenlade signalisiert potenziellen Einbrechern sofort: Hier gibt es kein Bargeld zu holen.
  • Videoüberwachung: Hochauflösende Kameras im Innen- und Außenbereich (unter Beachtung des Datenschutzes) helfen der Polizei bei der späteren Identifizierung der Täter massiv, wie dieser Fall deutlich zeigt.

Quellen:
Profil / LPD Wien

Sources : profilat